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Lösungsvorschläge für Arbeitsaufträge

Mögliche Lösungen, Hinweise und Hintergründe

1 Regeln in der Klasse, wie sich auch später noch weiter thematisiert werden (siehe 1.6) dienen vor allem dazu, einen sicheren Rahmen für Nähe, Vertrautheit und Freundschaft in der Klasse zu schaffen. Es lohnt sich daher, die Regeln nicht als Selbstzweck zu sehen, sondern nach den guten Gründen zu fragen, warum es sie gibt. Regel 1 etwa sichert die Gleichbehandlung aller und beugt Ausgrenzung und Mobbing vor; Regel 2 gibt dem individuellen Kind die Möglichkeit, seine eigenen Grenzen zu artikulieren ("Herr seiner selbst"); Regel 3 legt wichtige Persönlichkeitsrechte und eine Intimsphäre fest, vor allem im Hinblick auf die steigende Problematik sozialer Medien und der ungefragten Veröffentlichung von Inhalten im Internet; Regel 4 ist verwandt mit der bekannten "Stop-Regel" und gibt analog zu Regel 2 Kindern die Möglichkeit, Grenzen zu definieren und diese auch durchzusetzen; Regel 5 dient u.a. der Differenzierung von Geheimnissen, die für Kinder oft unhinterfragt beachtet werden; Regel 6 ermutigt dazu, in Krisensituationen, bei Streit und vor allem in Situationen, in denen Mehrheiten gegen Minderheiten stehen, Hilfe zu holen und Verantwortung zu übernehmen; Regel 7 hingegen ermutigt die Kinder, sich selbst helfen zu lassen und Hilfe zu suchen, wenn sie in eine solche Situation gelangen.
4 Viele solcher Einrichtungen sind den Kindern bereits aus der Volksschule bekannt. Beispiele dafür könnten sein: Rat auf Draht, die Telefonseelsorge, die "Nummer gegen Kummer" etc. Als Personen könnten etwa die Eltern, Vertrauenslehrer*innen, Jungschar- oder Jugendleiter*innen, Psycholog*innen, Seelsorger*innen etc. genannt werden.
2 Beispiele für gute Geheimnisse könnten etwa sein: Geheimnisse, die andere vor Gefahren, Gewalt oder Einsamkeit schützen; Geheimnisse, die niemandem schaden; Geheimnisse, die zwei Menschen verbinden etc. Beispiele für schlechte Geheimnisse könnten etwa sein: Geheimnisse, die andere in Gefahr bringen; Geheimnisse, die Verantwortung abschieben; Geheimnisse, die anderen schaden etc.

Sinnvoll ist es, die Unterscheidung zwischen Geheimnis und Erpressung herauszuarbeiten. Was für ein Gefühl macht ein Geheimnis? Wem nützt es? Was kann man tun, wenn ein Geheimnis belastend ist? Mit wem könnte eine/r darüber sprechen? Wann ist ein Weitersagen Petzen und wann ist es Hilfe holen? Wichtig ist es, den Kindern ihre Geheimnisse zu lassen und ohne Zuschreibungen neutral zu besprechen. Zu bedenken ist auch, dass es oft unterschiedliche Meinungen darüber gibt, ob es sich beim Weitersagen um Petzen oder Hilfe holen handelt. Wichtig ist das Gefühl der Geheimnisträgerin/des Geheimnisträgers und die Intention der Person, die um Geheimhaltung bittet oder sie verlangt.
3 Hinter Regeln stecken oft schlechte Erfahrungen, die in weiterer Folge verhindert werden sollen (Prävention). Dieser AA zielt darauf ab, mit den Schüler*innen gemeinsam darüber nachzudenken, welche dieser Erfahrungen hinter den einzelnen Regeln stecken könnten. Dabei soll es nicht darum gehen, die "richtigen" Erfahrungen zu benennen oder aufzuzählen, sondern möglichst nahe an der Erfahrungswelt der Schüler*innen mit ihren Geschichten und Erzählungen zu bleiben. Der/die Lehrer*in sollte hier einen Austausch über Erfahrungen anleiten, bei denen die jeweiligen Regeln hätten helfen können. Aus dieser Perspektive kann sich auch eine Erweiterung, Umformulierung oder Kritik der einzelnen Regeln ergeben.

Material für Lehrerinnen und Lehrer

Zusatzmaterial, theologische Kommentare und Umsetzungsvorschläge

Inhaltliche Einführung

Eine kurze inhaltliche Einführung und Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte dieses Unterkapitels.

Möglicher Verlauf

Vorschläge für mögliche Stundenverläufe und -einteilungen zum Unterkapitel in drei Varianten sowie genauere Vorschläge für die Aufteilung der einzelnen Arbeitsaufträge je nach Variante.

Verein Möwe – Präventiver Kinderschutz

Nähe und Distanz in der pädagogischen Arbeit

katholisch.de – Prävention von sexualisierter Gewalt